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E-Mails, Slack, Asana, Teams, Webex und für den Fall der Fälle doch noch Zoom. Viele Unternehmen schaffen es, sich vor allem selbst zu beschäftigen. Eine Führungskraft erhält im Schnitt pro Jahr 30.000 E-Mails. Frei nach dem Motto „Ich maile, also bin ich“ entsteht viel Kommunikation mit wenig Inhalt – zulasten der Gesundheit der Mitarbeiter und zum Nachteil jeglicher Effizienz.

Digitaler Stress und mehr Beschwerden.

Die Digitalisierung bringt mit der Durchdringung des Arbeitslebens viele Chancen, aber auch substanzielle Risiken mit sich. Erst kürzlich veröffentlichte eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung ihre Ergebnisse über die Befragung von 2.640 Arbeitnehmern und die Verbreitung von digitalem Stress.

Die Kernergebnisse: Arbeitnehmer mit einem hohen digitalen Stresslevel klagen häufiger über Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeiner Müdigkeit. Auch die Arbeitsleistung- und zufriedenheit sinken deutlich. [1] Die Ursachen liegen oft im Digitalisierungsgrad des Arbeitsfeldes und in der Kompetenz der Mitarbeiter.

Auf Unsicherheit folgt Unzufriedenheit.

Funktioniert das Mikrofon? Habe ich den richtigen Adapter dabei? Wie teile ich hier noch mal den Bildschirm? Alles Fragen, die sich nicht nur Arbeitnehmer der älteren Generation schon einmal gestellt haben. Der digitale Stress ist bei 25 – 34-Jährigen sogar ausgeprägter als bei anderen. Auch wenn diese Generation mit der Technologie aufgewachsen ist und vieles intuitiv bedient, ist die Vielzahl an Medien zu hoch und die Kombination aus diversen Kanälen zu komplex. Im Schnitt arbeiten wir täglich mit 14 unterschiedlichen digitalen Tools – Tendenz steigend. Unternehmen müssen verstehen, dass nicht alles, was digital auch smart ist und weniger, einfach oft mehr ist. Digitale Kommunikation sollte nicht nur schlank, sondern auch logisch sein. Ein Grundsatz, der in der Theorie eigentlich klar und in der Praxis dennoch selten vorhanden ist.

Wäre Zeit tatsächlich Geld.

28% der täglichen Arbeitszeit gehen im Schnitt durch Unterbrechungen verloren. Schon allein im Privatleben greifen wir alle 18 Minuten zu unserem Smartphone. Ergänzt man die beruflichen Unterbrechungen, entstehen nur in den USA jährlich 588 Billionen US-Dollar an „Cost-of-Paying-no-attention“. [2] Schuld daran trägt selbstverständlich nicht die Digitalisierung. Wir selbst legen fest, eine E-Mail innerhalb der nächsten Stunde zu beantworten und eine WhatsApp eigentlich fast sofort. Wir selbst setzen uns unter Stress und verlieren das Gleichgewicht zwischen Anspruch und Erwartung. Wir kommunizieren mehr als jemals zuvor, aber nicht unbedingt mit mehr Inhalt.

Ich maile, also bin ich.

Im Rahmen der genannten Studie wurden 12 wesentliche Belastungsfaktoren für digitalen Stress identifiziert. Neben der Unsicherheit, Unzuverlässigkeit und der Informationsflut ist der stärkste Belastungsfaktor das Gefühl der Leistungsüberwachung. Im engen Zusammenhang mit der Omnipräsenz entsteht ein ungesunder Mix. So wird oft auf 20 E-Mails geantwortet, ohne etwas gesagt zu haben. Nur um dem Chef den Eindruck zu vermitteln, engagiert zu sein. Der Effekt erklärt sich durch unser menschliches Bedürfnis nach Teilhabe und Lob. Ein Bedürfnis, dass die cc-Kultur fördert, das Kommunikationslevel erhöht und Unterbrechungen zur Hauptbeschäftigung macht.

Digitales Burnout ist keine Bezeichnung, die mal eben aus der Luft gegriffen wurde. Dieser Begriff sitzt für viele von uns täglich mit am Schreibtisch oder noch besser formuliert: direkt im Nacken.  Selbstverständlich kann jeder selbst durch ein geschärftes Bewusstsein seinen digitalen Stress reduzieren und gesundheitliche Folgen vermeiden. In der zusätzlichen Verantwortung jedoch steht jeder Arbeitgeber.   

Erhöhte Krankheitstage, sinkende Arbeitszufriedenheit und ein verringertes Leistungsvermögen sollten für jedes Unternehmen genug Argumente sein, die digitale Belastung der Mitarbeiter unter die Lupe zu nehmen. Schon kleine Maßnahmen können das digitale Wohlbefinden maßgeblich verändern und auch die Effizienz in Unternehmen wieder steigern.

Mit unserem Start-up Digital Detox Destination unterstützen wir neuerdings auch Unternehmen im Ungleichgewicht zwischen digitaler Anforderung und Bewältigung. Mit gezielten Workshops und Events finden wir die Differenzen zwischen Digitalisierung und Kompetenzen. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, das digitale Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen. Dabei ist vor allem die innere Klarheit maßgeblich für eine stressfreie und sinnvolle Kommunikation. Besonders wertvoll sind die Resultate für Arbeitgeber. Durch die Zeit mit den Mitarbeitern erfahren wir ungefiltert, welche Punkte einen Nährboden für digitalen Stress bieten und geben dieses Feedback transparent und selbstverständlich anonym in einer Empfehlung weiter. Ein bedeutendes und auch zukünftig immer relevanteres Thema, um negative Folgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu vermeiden.

 

 

 

[1] Digitaler Stress in Deutschland, Hans Böckler Stiftung, Simpel, Lanz, Manner-Romberg, Nüske, November, 2018

[2] Digitaler Burnout, Alexander Markowetz, 2015

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Digitale Briefe.

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