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ZEIT FÜR EIN NEUES MANTRA |

Im Durchschnitt lassen wir uns rund alle 20 Minuten vom Smartphone ablenken. (Also ehrlich gesagt, gucke ich an manchen Tagen häufiger). Mal eben kurz Instagram durchscrollen, um sich am Ende doch nur über die Oberflächlichkeiten aufzuregen, dann eine von 15 WhatsApp-Gruppen und vielleicht auch mal die neusten Schlagzeilen checken. Sinnvoll investierte Zeit sieht anders aus!

Eigentlich sehnen wir uns doch danach, endlich das zu tun, was wir uns schon immer vorgenommen haben: den Kleiderschrank ausmisten, das angefangene Buch zu Ende lesen, die Karriere vorantreiben, mehr Sport treiben oder einfach nur mehr Zeit mit den Liebsten verbringen. Ich nehme mir das ständig vor. Doch stattdessen wache ich auf und greife als Erstes zum Handy und scrolle meine WhatsApp-Nachrichten durch. Damit nicht genug, checke ich einmal kurz meine Mails, um im Grunde schon völlig genervt in den Tag zu starten. 

Auf dem Weg ins Office geht’s direkt weiter mit dem Handykonsum. Während ich mir irgendeinen Lebensoptimierungs-Podcast anhöre, schickt mir meine Mutter freche WhatsApp Smileys. Die hat sie nämlich vor Kurzem entdeckt und schickt nun beinahe täglich ein „lustiges“ Emoji. Manchmal leitet sie mir auch „witzige“ Sprüche weiter, die sie von ihren Ü60 Freundinnen bekommt. Nett gemeint, aber ziemlich sinnfrei und unnötig. Weil ich meine Mutter lieb habe, antworte ich natürlich immer entzückt und schenke ihr etwas Aufmerksamkeit.

Beim Blick in die U-Bahn fällt mir auf, dass wirklich fast alle auf das Smartphone starren. Ich setze mich auf einen Vierer-Sitz und grinse mein Gegenüber kurz an. Keine Reaktion, stattdessen ein Blick auf sein Handy. In der U-Bahn geht’s weiter mit den WhatsApp-Nachrichten. In einer der vielen Geburtstagsgruppen wird wild diskutiert, welches Geschenk dem Geburtstagskind am besten gefallen könnte und wie viel Geld wir eigentlich ausgeben wollen. Ich ignoriere diese Nachrichten bis zum Abend. Bis dahin befinden sich 53 ungelesene WhatsApp Nachrichten in diesem Chat. Wie der restliche Tag verläuft, könnt ihr euch sicherlich selber gut ausmalen.

Meine Bildschirmzeit beträgt übrigens 4,5 Stunden an diesem Tag. Im Wochendurchschnitt komme ich auf ganze 40 Stunden. Okay, zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich Social Media Management anbiete und daher verschiedene Social Media Accounts für diverse Kunden betreue und das Smartphone ein wichtiger Teil meines Jobs ist. Trotzdem ist das keine Entschuldigung. Die Hälfte der Zeit könnte ich auch sinnvoller nutzen.

Das eigentliche Problem mit den Smartphones ist ja nicht unbedingt nur der Konsum, sondern dass sie uns unterbrechen. Und zwar viel zu häufig. Denn wir müssen uns immer wieder vom Neuen auf unsere eigentliche Tätigkeit konzentrieren. Die Ablenkung macht auf Dauer unzufrieden. Um Zufriedenheit zu erleben, brauchen wir neben Ruhe, ausreichend Schlaf und gesundem Essen absolute Konzentration. Nur so können wir uns vertiefen, die Zeit vergessen und in den „Flow“ kommen. Ständig aufs Handy zu blicken macht nicht glücklich. Es überfordert uns. Und es bringt uns in einen Zustand der permanenten Alarmbereitschaft. Und es macht uns unproduktiver, setzt unsere Konzentration und Merkfähigkeit zurück.

Warum aber sind wir so süchtig?

Social Media trickst uns aus und versetzt uns dank der Likes regelmäßig einen Dopamin-Kick. WhatsApp-Nachrichten und Gruppen erfüllen unseren Wunsch nach Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit. Selbst das bloße Aufräumen des eigenen E-Mail Postfachs suggeriert uns, etwas erledigt zu haben, worauf wir stolz sein können, wenigstens ein kleines bisschen.

Was dagegen tun? 

Ein Digital Detox Urlaub in einer unserer Unterkünfte wäre sicherlich ein guter Anfang 😛 Es geht aber vielmehr darum, im gesamten Alltag achtsamer zu sein. Langfristig geht es um einen gesunden und bewussten Konsum. Und da reichen kleine Veränderungen aus. Lasst euer Handy das nächste Mal zu Hause, wenn ihr zum Bäcker oder in den Supermarkt geht. Seid mutig und schaltet euer Handy aus, wenn ihr Zeit mit der Familie verbringt. Legt euch einen Wecker zu und macht das Schlafzimmer zu einem handyfreien Ort. In einer Zeit, in der wir ständig auf das Smartphone starren, hebt sich der derjenige ab, der sein Handy so bewusst wie möglich „konsumiert“. Genauso verhält es sich auch in anderen Bereichen des Lebens. Nach Low-Carb, Low-Fat und sonstigen Trends kommt nun Low Digital.

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